Die eigene Website

Nach 30 Jahren Internetgeschäft habe ich eine Menge gelernt. Bei allen kostenlosen Angeboten im Web gibt es immer einen Haken; ich nenne ihn gerne den Angelhaken. Diesen Angelhaken mit einem schönen fetten und zappelndem Wurm dran gilt es als Fisch (also dem Verbraucher) zu erkennen.

Selbst ich habe manchmal (große) Probleme, den Köder schnell zu entlarven. Aber er ist immer da, davon kann man ausgehen.

Wer sich beispielsweise im Bereich Social-Media bewegt, der sollte zumindest einmal versucht haben, die AGBs der Anbieter zu lesen. Möglicherweise zu verstehen ist ein anderes Thema. Was machen die mit dem eigenen Content, was für Werbung wird von denen da später ausgeliefert und was passiert, wenn man den AGB nicht einverstanden ist.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich das „Kleingedruckte“ von der 1. bis zu letzten Seite durchliest. Bin ich damit nicht einverstanden, lasse ich das Ganze – dafür bin ich einfach schon zu alt.

Beispiel Fatzebook:
Der US-Konzern ist meiner Meinung nach nicht unbedingt benutzerfreundlich, was den Umgang mit Usern und deren Daten angeht. Erst wenn die EU in Sachen Datenschutz richtig Druck macht, kommt Bewegung auf. Muss das immer erst mit Druck von oben geschehen? Ich denke nicht.
Zweimal ist es mir vor vielen Jahren passiert, das mein ganz normales und lange gut gepfleges Fatzebook-Profil mit vielen privaten Infos (Urlaub, privates, usw.) von heute auf morgen gesperrt wurde. Da habe ich mir damals wirklich viel Arbeit mit gemacht. Ich solle doch bitte zur Legitimation meine Gehaltsabrechnung, Strom- oder Telefonrechnung als Nachweis nach Amiland mailen. Ganz ehrlich, für so einen Scheiss habe ich echt kein Verständnis. Auch der Kontakt mit dem Support verlief ohne Reaktion.

Ok, dann eben nicht. Mit eigener Website wäre mir das nicht passiert. Fatzebook ist seit dem für mich komplett gestorben.
Und? Kann man ohne Fatzebook im Alltag überleben? Ja, das geht super. Und deutlich entspannter ist das auch noch…

Eigene Website als Ausgangsbasis

Nachdem mir bei großen Anbietern aus verschiedenen Gründen in den 3 Jahrzehnten öfters Internetauftritte „abhanden/gelöscht/gesperrt/gekapert/zerstört/gehackt“ wurden sind, mache ich nur noch auf Nummer sicher. Sicher bedeutet in diesem Fall, der gesamte Content und zwar vom kleinsten Script über Artikel, Bilder und Videos bis hin zur kompletten MySQL-Datenbank wird technisch durch mich betrieben. Lediglich der Speicherplatz ist fest gemietet.

Somit bin ich uneingeschränkt von A bis Z Herr im Haus und nicht mehr von Entscheidungen/Entwicklungen Dritter in irgendeiner Form abhängig. Das sich diese Vorgehensweise seit über 18 Jahren mehr als bewährt hat, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen! Und mehr als einmal hat mir das viel Kummer erspart.

Die eigene Website ist der Dreh- und Angelpunkt für alle anderen weiteren Aktivitäten im Internet! Und ich halte einige hundert Domains im Internet!

Bei den Royal Enfield Videos bei YouTube wären für mich zwei Gründe denkbar, selbst diese Plattform zu nutzen. Also es geht nur um eigene Videos, nicht um fremde Videoclips von anderen Royal Enfield Besitzern. Von denen hat sicherlich jeder wohl andere persönliche Prioritäten.

Grund 1:
Ich spare mir den eigenen Speicherplatz beim Webhosting. Videos sind ja bekanntlich von der Dateigröße her teilweise richtig groß. Da kommt schon bei nur 20 oder 25 Videos eine ganze Menge Speicherbedarf zusammen, vor allem wenn es sich um hochauflösende HD-Videos handelt.

Grund 2:
Als 2. Grund würde ich persönlich YouTube als Plattform für die Interessentengewinnung nutzen. Warum? Weil die meisten User eh schon bei YouTube unterwegs sind und bestimmte Videos zu einem Thema oder Produkt suchen. In meinem Fall wären das Videos über meine Royal Enfield classic 350, Videos die sich genau mit diesem Bike von Royal Enfield beschäftigen. Als nächstes würde ich dann auf jeden Fall einen Link auf meine Hauptwebsite setzen und so die Interessenten bei YouTube abholen.

Zusammenfassung

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, die Kontrolle über meine eigenen Werke von Anfang an selbst zu behalten und nichts mehr ohne Absicherung Dritten zu überlassen. Ja, das ist Aufwand. Und ja, das kostet Zeit & Geld. Aber meine Erfahrungen haben keine andere Alternative mehr zugelassen. Manche Leute glauben das erst, wenn es sie selber getroffen hat. Dann ist der Katzenjammer groß (milde ausgedrückt!). Aber das muss jeder für sich selber entscheiden. Ich bleibe jedenfalls bei meiner Linie.