Motorradhelme gibt es in verschiedenen Typen, die jeweils unterschiedliche Schutz- und Komforteigenschaften bieten. Hier ist eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Arten von Motorradhelmen.
Integralhelm (Vollvisierhelm)
Der Integralhelm – auch bekannt als Vollvisierhelm – bietet den umfassendsten Schutz. Er bedeckt den gesamten Kopf, einschließlich des Kinns, und hat ein festes Visier. Ich würde diesen Helmtyp als sichersten Motorradhelm von allen Helmen bezeichnen.
Vorteile:
Maximaler Schutz: Bietet den besten Schutz bei Stürzen und Aufprallen, insbesondere für das Gesicht und das Kinn.
Aerodynamik: Reduziert den Windwiderstand und minimiert Windgeräusche, was besonders bei hohen Geschwindigkeiten vorteilhaft ist.
Wetterfest: Schützt gut gegen Regen, Wind und Kälte.
Nachteile:
Wärme und Belüftung: Kann bei heißem Wetter weniger atmungsaktiv sein. Moderne Modelle verfügen jedoch oft über verbesserte Belüftungssysteme.
Eingeschränktes Sichtfeld: Das Sichtfeld kann etwas eingeschränkt sein im Vergleich zu anderen Helmtypen.
Klapphelm (Modularhelm)
Ein Klapphelm oder Modularhelm ist ähnlich dem Integralhelm, aber mit einem klappbaren Kinnteil ausgestattet. Dies ermöglicht dem Fahrer, den Helm bei Bedarf zu öffnen.
Vorteile:
Bietet die Sicherheit eines Integralhelms bei geschlossener Position und die Bequemlichkeit eines offenen Helms bei geöffneter Position. Erleichtert Gespräche und das Trinken ohne den Helm komplett abzunehmen. Im Sommer immer ganz angenehm, wenn die Kinnpartie und das Gesicht frei ist. Ich selbst nutze seit vielen Jahren nur noch Klapphelme, was mir auch beim Aufsetzen als Brillenträger sehr entgegen kommt.
Nachteile:
Gewicht: Kann schwerer sein als ein Integralhelm aufgrund des Klappmechanismus. Fällt aber nicht unbedingt ins Gewicht. Die Mechanik kann anfälliger für Beschädigungen sein, und einige Modelle bieten möglicherweise nicht den gleichen Grad an Schutz wie ein unteilbarer Integralhelm. Wäge ich die Vor- und Nachteile des Klapphelms in der Praxis für mich persönlich ab, kommt eigentlich immer wieder ein Klapphelm in Frage. Worauf ich allerdings achte, ist ein Sonnenschutz, den man zusätzlich herunterklappen kann. Das hat mir so manche Situation bei starker Blendung durch tiefstehendes Sonnenlicht gerettet.
Jethelm (Halbschalenhelm)
Der Jethelm oder Halbschalenhelm bedeckt die Oberseite und die Seiten des Kopfes, lässt jedoch das Gesicht frei.
Vorteile:
Gewicht und Komfort: Leichter und luftiger als Integral- oder Klapphelme, was ihn bei niedrigen Geschwindigkeiten und im Stadtverkehr komfortabler macht. Ja, er sieht auch schick aus, je nach Modell und Hersteller. Ein weiterer Pluspunkt: Das weite Sichtfeld: Der Jethelm bietet ein breites Sichtfeld und erleichtert die Interaktion mit der Umgebung. Vor allem an wärmeren Tagen ist das Tragen gegenüber dem Integralhelm wirklich angenehm.
Nachteile:
Der mit Abstand größte Nachteil ist weniger Schutz des Kopfs: Ja, der Jethelm bietet deutlich weniger Schutz für das Gesicht und das Kinn, was das Verletzungsrisiko bei einem Sturz drastisch erhöht. Vor allem das Gesicht, das Kinn und die Nase können böse in Mitleidenschaft gezogen werden., Manche Hersteller haben für diesen Typ Helm noch einen extra Schutzbügel im Angebot, der die Kinnpartie schützen soll. Das sind vor allem die etwas teuren Modelle der Motorradhelme. Aber im Gegensatz zu einem klassischen Integralhelm ist das keine echte Option, was die Sicherheit angeht.
Wetterschutz: Bauartbedingt schützt der Jethelm natürlich schlechter gegen Wind, Regen und Kälte. Das hängt mit der offenen Bauart zusammen und ist noch von der Form des Visiers abhängig.
Crosshelm (Motocross- oder Endurohelm)
Crosshelme sind speziell für Offroad-Fahrten konzipiert. Sie haben eine verlängerte Kinnpartie und einen größeren Schirm sowie oft eine verbesserte Belüftung. Wer professionell Motocross-Sport betreibt, der nutzt diese Form des Motorradhelms.
Vorteile:
Schutz bei Offroad-Fahrten: Der verlängerte Kinnschutz bietet besseren Schutz bei Stürzen im Gelände.
Belüftung: Gute Belüftungssysteme, um bei intensiven Offroad-Aktivitäten für ausreichend Luftzirkulation zu sorgen.
Nachteile:
Gewicht und Lautstärke: Kann schwerer und lauter sein als andere Helme, besonders bei hohen Geschwindigkeiten auf der Straße. Aber dafür sind diese Helme eigentlich auch nicht gebaut. In jedem Fall muss man sich um seine Augen kümmern: Hier ist in der Regel eine zusätzliche Schutzbrille benötigt, da diese Helme kein integriertes Visier haben.
Doppelvisierhelm
Ein Doppelvisierhelm, oft eine Variante des Integral- oder Klapphelms, ist mit einem klappbaren Sonnenvisier zusätzlich zum normalen Visier ausgestattet. Ich selbst bevorzuge nur noch diese Form der Helme, weil es ein Zusatz an Sicherheit beim Motorradfahren bringt.
Vorteile beim Doppelvisierhelm:
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Bietet eine integrierte Sonnenblende, die bei wechselnden Lichtverhältnissen schnell aktiviert werden kann. Ein Handgriff an den Helm und das Sonnenvisier ist runter.
Bequemlichkeit: Erhöht den Komfort, da eine separate Sonnenbrille beim Fahren selbst überflüssig wird. Ich selbst fahre im Sommer oft in der Stadt mit offenem Visier, habe aber den Sonnenschutz runter. Ist zwar sicherheitstechnisch nicht optimal, ich kann aber besser atmen!
Nachteile:
Mechanik: Die zusätzliche Mechanik kann theoretisch etwas das Gewicht erhöhen und die Wahrscheinlichkeit von technischen Problemen erhöhen. Vor allem aber sind 2 Visiere im Helm immer auch 2 Stellen, die teuer werden können. Wer seine beiden Visiere nicht pflegt (reinigt!), der kann irgendwann neue kaufen.
Dann hatte ich einmal bei einem billigen Motorradhelm aus Frankreich das Problem, dass das Sonnenvisier ständig aus der Halterung gerutscht ist. Somit war es eigentlich unbrauchbar für mich.
Kurze Zusammenfassung zu den Helmtypen:
Die Wahl des richtigen Motorradhelms hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Fahrstil, der Einsatzbereich und persönliche Vorlieben. Ein Integralhelm bietet den umfassendsten Schutz und ist ideal für Schnellstraßenfahrer, während ein Jethelm aufgrund seines Komforts besser für den Stadtverkehr geeignet ist. Klapphelme bieten eine gute Mischung aus Schutz und Bequemlichkeit, während Crosshelme die beste Wahl für Offroad-Enthusiasten sind. Unabhängig von der Wahl des Helms sollte immer auf Qualität und die richtige Passform geachtet werden, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Und er muss eine Zulassung in der EU haben!!
Tipps zum Thema Motorradhelme
In meinem Bikerleben habe ich so manchen Helm gekauft und getragen. Was ich für mich gelernt habe: Es müssen nicht immer die teuren Shoe-Helme sein. Ja, der Preis für einen Motorradhelm ist für mich schon wichtig, aber nicht unbedingt immer das erste Kaufargument! Seitdem ich das erste Mal einen Klapphelm mit Doppelvisier bei Louis gekauft habe, bin ich als Brillenträger bei diesem Typ Motorradhelm geblieben. Als ich 1975 angefangen habe, gab es so etwas noch nicht.
Nach einem Sturz oder ungefähr alle 5 Jahre kaufe ich einen neuen Motorradhelm. Warum? Äußere Einflüsse wie Temperatur und UV-Licht lassen Helme altern. Außerdem sind Visiere die anfälligsten Komponenten beim Motorradhelm. Schnell sind sie verkratzt, was dann auch keinen Spaß mehr beim Fahren bringt. Vor allem bei Nachtfahrten stellen verkratze Visiere ein Risiko dar, weil das Licht sich im Visier bricht. Ich habe so wirklich alles ausprobiert, um Visiere zu pflegen und reparieren. Aber irgendwann ist der Punkt gekommen, da geht das nicht mehr.
Was sich ebenfalls auf Dauer negativ bemerkbar macht: Der Schweiß vom Kopf landet im Helmpolster. Mit der Zeit wird es dann ganz ekelig. Der Körperschweiß ist manchmal so aggressiv, das bestimmte Partien im Helm arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Klar kann man seinen Helm mit Helmreiniger innen desinfizieren. Wird so eine Art Schaum. Aber Chemie ist eben nicht immer die allerbeste Wahl.
Ich entscheide mich nach längerer Tragezeit für was Neues und geh vor Ort im Mopedladen meiner Wahl shoppen. Und meinem Fall ist das eine Louis-Filiale keine 6 km entfernt. Die von Polo-Motorrad hat leider in meiner Stadt dicht gemacht.
Nach gut 4 bis 5 Jahren kaufe ich also einen neuen Motorradhelm und gleichzeitig ein Ersatzvisier dazu. Gibts kein Visier zu kaufen, dann bleibt der Helm bei Louis im Helmregal liegen.
Was ich auch gelernt habe:
Man muss wirklich jeden Helm selbst probieren! Die Helmgröße selbst ist noch keine Garantie für einen optimalen Sitz auf dem Kopf. Er darf sich nicht großartig drehen lassen und der Helmverschluss muss sich mit einem Fingerdruck lösen lassen. Und der Helm muss sich unten am Kinn verstellen lassen können. Eine gute Idee ist es, wenn man sich den Helm vorm Kauf für ein Wochenende ausleihen und ausgiebig testen kann. Bei Preisen jenseits der 500 Euro-Marke würde ich das immer so handhaben!
Auf was ich ebenfalls achte, ist das Gewicht eines Helms. Das macht sich später vor allem bei schnelleren Autobahnfahrten bemerkbar. Ein schwerer Motorradhelm strapaziert die Halsmuskeln und den Schulterbereich ganz schön.
Farbe des Helms: Früher – so vor 30 Jahren – mussten meine Helme immer nur cool aussehen. Am Coolsten war meist schwarz. Heute genau das Gegenteil: Entweder direkt in der Farbe weiß oder einen gelben Motorradhelm, wie sie die Polizei auch trägt. Die Farbe des Helms entscheidet maßgeblich mit, wie und ob man frühzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. Wenn ich könnte, würde ich auch einen zu 100% beleuchteten LED-Helm tragen!!
Meine Wahl seit gut 10 Jahren:
Ich sehe mir unter anderem preisreduzierte Helme von Marken wie Schuberth, AGV, Shoei, Nolan, Scorpion, HJC, MTR, Airoh und anderen Marken an. Meistens bleibe ich bei Modellen von Caberg hängen, weil das beim Preis-/Leistungsverhältnis ein guter Kompromiss ist. Oft liege ich bei gut 200 Euro für so einen Doppelvisierhelm.
Dazu kommen dann nochmals 35 bis 50 Euro für ein Ersatzvisier. Ersatz-Sonnenblende kauf ich erst, wenn das Original wirklich nix mehr taugt oder gebrochen ist.
Mein nächster Helm könnte vielleicht dieser Motorradhelm von Schuberth werden:
Schuberth C5 Fluo Yellow
Ok, knapp 600 Euronen sind natürlich auch nicht gerade ein echtes Motorradhelm-Schnäppchen
Motorradhelm Pflege:
Fliegen und Dreck setzen dem Helm immer zu. Dazu kommt noch hinzu, dass dass Visier ebenfalls betroffen ist. Im Innenbereich sorgt der eigene Körperschweiß für Kummer. Für alle drei Punkte gibt es Spezialreiniger, aber auch bewährte „Hausmittel“.
Für den Helm selbst nehme ich lauwarmes Seifenwasser und ein normales Spültuch; ein Haushaltsschwamm tut es natürlich auch. Je öfter man den Helm sauber macht, umso besser gehen Fliegen vom Helm.
Vor 40 Jahren war das alles noch schlimmer, weil es damals noch Insekten ohne Ende gab! Eine Woche Motorrad fahren und der Helm waren rabenschwarz; kein Vergleich zu heute. Entsprechend hartnäckig klebten Fliegen, Mücken, Motten, Bienen, Wespen und Käfer auf dem Helm.
Für das Visier nutzen ich tatsächlich einen Visierreiniger, wie man ihn an Tankstellen, bei Polo oder Louis bekommt. Da das Visier überaus empfindlich gegen Verkratzungen ist, sollte man mit dem Putzen echt aufpassen. Viele Kratzer im Visier sorgen Nachts für ganz unangenehme Blendeffekte, deshalb sollte man Vorsicht beim Reinigen walten lassen.
Helmpolster: Da habe ich früher überhaupt nicht drauf geachtet. Meinen allerersten Helm habe ich bestimmt 7 Jahre lang gehabt. Dort löste sich im Verlauf der vielen Jahre das Helmpolster und Innenleben bereits auf. Schaumreiniger für eine Helm gab es noch nicht. Ein Herausnehmen des Helmpolsters ging ebenfalls nicht. Auf jeden Fall wirkt der eigene Körperschweiß massiv auf das Polster im Helm ein; mehr als man glaubt.
Aufkleber auf dem Helm:
Früher gab es nur „Käsehelme“ und meistens nur einfarbig. Der eine oder andere Motorradfahrer hat seinen Helm dann mit Aufklebern „aufgemotzt“. Was gut aussah, hatte aber auch Nachteile. Der Aufkleber oder die Folie zersetze die Oberfläche unter dem Aufkleber. Eine chemische Reaktion fand also statt, mit der die meisten Biker nicht gerechnet haben.
Bei meinem 2. Motorradhelm war das ebenso. Nach gut 2 Jahren waren die Stellen am Helm so stark sichtbar, das ich ihn schweren Herzens entsorgt habe. Das Teil löste sich an den Stellen mit und unter dem Aufkleber regelrecht auf. Eine schmierige Konsistenz hatte der Helm an diesen Stellen. Da ich Streifen über den ganzen Helm geklebt habe, war der komplett im Eimer. Wenn man heute einen Helm kauft, sollte man ganz genau auf die Beschreibung des Herstellers achten!!