Ist Motorradfahren gut für den Körper?

Eigentlich eine total bescheuerte Frage, aber die wird tatsächlich bei Google genau so gestellt. Ich möchte mal mit dem negativen Aspekt beginnen: Beim Motorradfahren (und zwar vom Mini-Einkauf 300 Meter weit weg bis zur 1500 km – Jahrestour ins Ausland) fährt immer ein hohes Risiko mit.
Selbst wenn man jahrelange Erfahrung als Biker hat, ist man vor Fehlern seiner Umwelt – die anderen Verkehrsteilnehmern – nicht geschützt. Dessen muss man sich schon bewusst sein, wenn man in der Wohnung die Motorradklamotten anzieht.

Motorradfahren bietet eine Vielzahl von körperlichen Vorteilen, die oft übersehen werden. Zuallererst fördert es die Muskulatur, insbesondere im Oberkörper, da der Fahrer beim Steuern und Balancieren des Motorrads verschiedene Muskelgruppen aktivieren muss. Die ständige Anpassung der Körperhaltung stärkt die Rumpfmuskulatur und verbessert die allgemeine Stabilität. Darüber hinaus macht Motorradfahren auch Laune, was dem eigenen Hormonspiegel gut tut.

Für mich einer der wichtigsten Punkte ist das kontinuierliche Training des Gleichgewichtssinns in Verbindung mit frischer Luft.

Die Konzentration und die körperliche Aktivität beim Fahren steigern den Puls und fördern die Durchblutung, was zu einer besseren Ausdauer führt. Die frische Luft und die Bewegung im Freien tragen zudem zu einem verbesserten Wohlbefinden bei und können Stress abbauen. Die Betonung liegt auf kann Stress abbauen.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Förderung der Koordination und Reaktionsfähigkeit. Motorradfahrer müssen ständig auf ihre Umgebung achten und schnell auf verschiedene Situationen reagieren. Das schärft auch die kognitiven Fähigkeiten des Menschen. Ja, das kann ich als Biker voll unterstreichen. Zusätzlich hat das Fahren auf zwei Rädern oft eine beruhigende Wirkung auf den Geist, was zu einer positiven Einstellung und mentaler Gesundheit beiträgt. Nicht wenige Biker machen ja noch der Arbeit eine Feierabendrunde auf ihrer eigenen Hausstrecke, damit sie etwas runterkommen.

Zusammengefasst ist es bei mir so:
Das Motorradfahren mache ich mit einigen kleinen Unterbrechungen (Kinder!) seit fast 50 Jahren. Ich fahre bei jedem Wetter, außer bei Nebel, Schnee und Glatteis. Regen macht mir nix aus. Ich bekomme weniger Erkältungen, bin aufmerksamer und die Sinne sind deutlich geschärft. Es gibt für mich allerdings im Winter eine persönliche Grenze, wo alle Mopeds in der Garage bleiben. Bei unter -10 Grad Celsius ist für mich „Ende im Gelände“.

Zurück zur Eingangsfrage: Wenn Körper und Sinne gefordert werden, ist das grundsätzlich immer gut. Beim Motorradfahren werden Gehirn, Seele und Muskeln gleichermaßen in Anspruch genommen. Und das kann ja nicht so verkehrt sein.