Die Wahl des richtigen Motorradhelms ist ein entscheidender Schritt für die Sicherheit und den Komfort beim Fahren. Doch angesichts der Vielzahl an Optionen kann die Auswahl echt überwältigend sein. In diesem Ratgeber erläutere ich einige Faktoren und Überlegungen, um den perfekten Helm für die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben zu finden.
1. Bestimme Deine Fahrgewohnheiten
Zunächst solltest Du überlegen, wann, wie und wo Du hauptsächlich Motorrad fahren wirst. Unterschiedliche Fahrstile und Umgebungen erfordern verschiedene Helme.
- Stadtverkehr: Wenn Du hauptsächlich in der Stadt unterwegs bist, könnte ein leichter und gut belüfteter Jethelm eine gute Wahl sein.
- Langstreckenfahrten/Autobahn: Für lange Strecken und hohe Geschwindigkeiten bietet ein Integralhelm den besten Schutz und reduziert Windgeräusche.
- Offroad/Fahrten durch unwegsames Gelände: Ein Crosshelm bietet den nötigen Schutz und die Belüftung für anspruchsvolle Offroad-Bedingungen.
2. Sicherheitsstandards überprüfen
Unabhängig vom Typ des Helms solltest Du sicherstellen, dass er den notwendigen Sicherheitsstandards entspricht. Achte auf jeden Fall auf Zertifizierungen wie:
- ECE 22.05/22.06 (in Europa)
- DOT (in den USA)
- Snell (freiwilliger, strenger Standard)
3. Helmtypen und ihre Eigenschaften
Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Helmtypen, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Schutz bieten:
- Integralhelm: Maximaler Schutz, gut für lange Strecken und hohe Geschwindigkeiten.
- Klapphelm (Modularhelm): Vielseitig, kombinierter Schutz und Komfort, ideal für Tourenfahrer.
- Jethelm (Halbschalenhelm): Leicht, komfortabel und gut belüftet, optimal für den Stadtverkehr.
- Crosshelm: Hervorragender Schutz und Belüftung für Offroad-Fahrten.
- Doppelvisierhelm: Kombination aus Sonnen- und klarem Visier, ideal für wechselnde Lichtverhältnisse.
4. Passform und Größe
Ein Helm bietet nur dann optimalen Schutz, wenn er richtig sitzt. Hier sind einige Tipps zur Bestimmung der richtigen Größe:
- Kopfumfang messen: Messen kannst Du Deinen Kopfumfang etwa 2 cm oberhalb der Augenbrauen.
- Größentabellen nutzen: Verwende die Größentabellen des Herstellers, um die entsprechende Helmgröße zu finden.
- Anprobe: Setze den Helm auf und halte Deinen Kopf ruhig. Du solltest nun eine etwa gleichmäßige Druckverteilung verspüren, ohne dass es unangenehm drückt. Wenn es drückt, ist der Helm zu klein!
- Sicherheitscheck: Der Helm sollte fest sitzen, jedoch nicht so stark drücken, dass es unangenehm wird. Bewege den Helm nach links und rechts sowie auf und ab; er sollte sich nicht zu sehr bewegen. Das ist die mit Abstand wichtigste Pflichtübung. Wackelt oder rutscht der Helm, dann wird er sich bei einem Unfall auch bewegen und die Schutzwirkung wird deutlich vermindert.
5. Komfort und Belüftung
Belüftungssysteme spielen eine wichtige Rolle, besonders bei langen Fahrten oder in warmen Klimazonen. Achten Sie auf:
- Belüftungsöffnungen: Ein guter Helm sollte mehrere einstellbare Belüftungsöffnungen haben, um die Luftzirkulation zu verbessern. Gut wäre, wenn sich diese Öffnungen am Helm öffnen und schließen lassen. Bei manchen „Fehlkonstruktionen“ unter den Motorradhelmen regnet es tatsächlich durch diese Öffnungen rein
- Futter: Herausnehmbare und waschbare Innenfutter bieten zusätzlichen Komfort und Hygienemöglichkeiten. Zur Helmreinigung schreibe ich später noch einen Beitrag. Soweit vorweg: Ein oft genutzer Motorradhelm ist eine wahre Drecksquelle und unhygieneisch.
6. Zusätzliche Funktionen
Helme können mit verschiedenen zusätzlichen Funktionen ausgestattet sein, die den Komfort und die Sicherheit weiter erhöhen:
- Sonnenvisier: Ein integriertes Sonnenvisier schützt vor blendendem Licht. Kann Dir so manches mal den Hintern rettet, z.B. wenn man bei tiefstehender Sonne über eine Bergkuppe kommt und schlagartig geblendet wird.
- Pinlock-System: Ein internes Anti-Beschlag-Schild, das das Visier klar hält. Die meisten hochwertigen Motorradhelme haben das inzwischen.
- Bluetooth-Kompatibilität: Helme, die für Bluetooth-Systeme vorgerüstet sind, erleichtern die Integration von Kommunikationsgeräten. Haben die meisten guten Helme bereits vorab ausgerüstet.
- Gewicht: Achten Sie auf das Gewicht des Helms, besonders wenn Sie lange Strecken fahren. Leichtere Helme sind in der Regel komfortabler. Schon einige hundert Gramm Unterschieden wirken sich merklich auf den Fahrkomfort aus!
7. Preis und Qualität der Helme
Der Kaufpreis kann ein entscheidender Faktor sein, aber achte darauf, nicht an der Qualität zu sparen. Ein guter Helm ist eine Investition in Deine eigene Sicherheit. Marken wie Shoei, Arai, Schuberth und HJC sind bekannt für ihre hochwertigen Helme, aber es gibt auch preisgünstigere Optionen, die solide Sicherheits- und Komfortmerkmale bieten. Nolan bietet ebenfalls gute Motorradhelme an. Ein Blick ins innere des Helms gibt über Material, Kennzeichnung und Pflege Auskunft. Das sollte man immer tun, um lange Freude am Motorradhelm zu haben.
Fazit
Die Auswahl des richtigen Motorradhelms hängt von vielen individuellen Faktoren ab, einschließlich der eigene Fahrgewohnheiten, dem benötigten Schutz und persönlichen Vorlieben. Nimm Dir genug Zeit, verschiedene Helme anzuprobieren und auf wichtige Sicherheits- und Komfortmerkmale zu achten. Ein guter Helm rettet Dir praktisch Dein Leben, wenn es darauf ankommt.
Denk immer daran, dass Dich ein Helm nur dann schützt, wenn er richtig getragen wird.