Meine eigene Meinung aus längerer Erfahrung
Fahre seit 50 Jahren Mopeds. Wenn ich mir bei meinen Motorradtouren mal ansehe, wie sich manche motorisierte Zweiradfahrer entsprechend gekleidet haben, kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Das reicht von Badeschlappen über Sneakers und Straßenschuhen bis hin zu richtigen Motorradstiefeln. Oben herum am Körper genau so ein Drama. Boxershorts, Tshirt und Co sind offenbar im Sommer auf dem Motorrad schwer angesagt, vor allem bei den Jüngeren. Hauptsache die verspiegelte Sonnenbrille sitzt und die gestylten Haare liegen super gut.
Ganz oft sehe ich so etwas innerhalb der Stadt, wo man nur mal gerade eben einkaufen oder ins Eiscafe fahren will. Als ob die Gefahr von Stürzen und Unfällen nicht auch innerhalb einer Ortschaft geben würde…
Diese drei mutigen Musketiere auf dem Bild findet man nicht nur in Indien, sondern solche Zeitgenossen sind auch auf deutschen Straßen unterwegs. Vielleicht nicht gerade zu Dritt. Nix Helm, nix Jacke, nix Handschuhe und wohl auch nix Stiefel….

Bei den Hosen ein ähnliches Bild: Von Boxershorts über Jeans bis hin zur klassischen Lederhose ist alles auf den Straßen zu sehen. Selbst in Badehose habe ich schon „Biker“ getroffen, die mal gerade nur Pommes holen wollten. Besonders bei der heißen Witterung im Sommer scheint manchen Zeitgenossen die Sonne mächtig zugesetzt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie so dermaßen sorglos mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen.
Das ist in südlichen Ländern Europas noch viel ausgeprägter: Im Frankreichurlaub finde ich das x-mal am Tag. In Spanien, Portugal und Italien wird es auch so sein. Solche Zeitgenossen denken nie darüber nach, dass das bei einem Straßenkontakt oder einer Kollision ganz böse ausgehen kann. Und meistens ist es dann auch so.
Ich selbst habe in meiner Jugend im Abstand von 2 Jahren zwei Unfälle gehabt, die mich nachhaltig geprägt haben. Beide Unfälle sind unverschuldet gewesen. Eine teure Lederkombi konnte ich mir vom schmalen Lehrlingslohn von 234 DM nicht leisten (die Hälfte davon waren schon fürs Kostgeld Zuhause weg).
Einen vernünftigen Integralhelm, Motorradjacke aus Leder, Motorradstiefel und Handschuhe dagegen schon. Trotzdem habe ich bei den Stürzen einige Blessuren kassiert, die mich mein ganzes bisheriges Biker-Leben lang begleitet haben.
Meine Lehren daraus:
Egal wie heiß das Wetter war; ich bin immer mit Schutzkleidung gefahren. Und wenn es mal 35 Grad waren, bin ich eben nicht gefahren oder halt zu kühleren Tageszeiten. Ja, mich haben viele in den ganzen Jahrzehnten immer ausgelacht. Aber: Ich lebe noch, während 2 meiner älteren Motorradkumpels Unfälle hatten und es leider nicht geschafft haben. Bei beiden Motorradkumpels waren es „nur“ Geschwindigkeiten zwischen 50 und 60 km/h und sie sind trotzdem noch am Unfallort verstorben.
Da kann jeder gut erkennen, wie extrem wichtig der persönliche Schutz beim Motorradfahren ist!