Stand Frühjahr 2024: Die offiziellen Preise in Deutschland bewegen sich zwischen 5090 bis 5390 Euro, abhängig von den jeweiligen Farbmodellen. Dazu kommen – je nach Geschmack und Geldbeutel – noch sinnvolles Zubehör.
Im Internet herrscht natürlich immer ein hoher Wettbewerbsdruck. So sind die 2023er bzw. 2024er-Modelle zu Kampfpreisen von deutlich unter 5000 Euro zu bekommen. Manche Anbieter bei mobile.de machen gleich noch die Anlieferungskosten in den Preis rein. Ich frage mich dann teilweise schon, wie daran noch Geld verdient werden kann?!?!
Dem reinen Royal Enfield Vertragshändler sind solche Kampfangebote natürlich ein Dorn im Auge. Als ärgerlich würde ich es als Händler auch finden, wenn jemand im Internet eine neue Royal Enfield Classic 350 in Halcyon Grey für 3.908 € (Netto) 400 km entfernt bestellt und dann bei mir als Vertragshändler 20 km vom Wohnort zur ersten Inspektion bringt. Freude kommt so nicht auf.
Realität
Leben und leben lassen wäre hier das Gebot der Stunde. Macht nämlich der näher liegende Fachhändler wegen schlechtem Umsatz dicht, sieht das für den Internetkäufer einer Royal Enfield schlecht aus. Wer will denn wirklich zu jeder Inspektion immer 150 km oder noch weiter fahren? Das vermeintlich eingesparte Geld wirft man dann für Anfahrt und Zeit zum Fenster raus. Davon wollen zwar viele Mopedfreunde nix hören, ist aber im Endeffekt so. In den letzten 2 Jahren haben sich leider schon einige bekannte Namen im Zweiradhandel verabschiedet…
Modellpolitik im Jahr 2024
In 2024 kommt erschwerend hinzu, das RE ein 650er-Modell der Classic fürs kommende Jahr plant (oder 2025). Nicht wenige offizielle Vertragswerkstätten haben das Lager aber noch voll mit den kleineren Vorjahresmodellen. Somit entsteht vielleicht schon ein gewisser Druck, den Abverkauf vorhandener Bikes best möglichst zu forcieren. Reduzierte Angebotspreise sind – wie eben im Automobilbereich auch – ein wirksamer Hebel für den schnellen Absatz.
Schaut man sich die Modellpolitik von Royal Enfield über die Jahre an, erkennt man unschwer wohin die Reise geht. Einige Basismodelle, die in verschiedenen Variationen unterschiedliche Käuferschichten ansprechen sollen. Und natürlich mehr Hubraum für die westliche Kundschaft und Übersee; in diesem Fall die 650ccm Mopeds.
Für Schwellenländer wie Staaten in Südamerika dürften Motorräder mit weniger Hubraum – also die heutigen 350er – nach wie vor im Programm bleiben. Dort steht nicht unbedingt der Fahrspaß im Vordergrund, sondern günstige und praxistaugliche Arbeitspferde als tägliches Transport- und Fortbewegungsmittel.
Zurück zu den Royal Enfield Preisen:
Für die erste Recherche kann man sich bei mobile.de beispielsweise umschauen. Aufpassen würde ich bei „Internetschnäppchen“. Und der näher am Wohnort liegende Händler ist nicht die schlechteste Entscheidung. Wer die 3 Jahre Werksgarantie durchgehend in Anspruch nehmen will, der sollte als Käufer auf jeden Fall darüber nachdenken!!
Nachtrag: Herbst 24 – neue RE 350 Modelle, neue Preise
Im Rahmen einer Modellpflege gibts ab Herbst 2024 leicht modifizierte Modelle der 350er-Classic. Mehr Informationen dazu demnächst. Die Preise sind gegen über den Vormodellen sind – wie ich finde – moderat um einige hundert Euro erhöht worden.
