Das ist bei jedem Biker wohl anders. Die optimale Länge einer Motorradtour pro Tag hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Erfahrung des Fahrers, die Art der Strecke und die persönlichen Vorlieben.
Im Allgemeinen wird empfohlen, bei einer Tagestour zwischen 150 und 400 Kilometer pro Tag zu fahren. Diese Distanz ermöglicht es, ausreichend Zeit für Pausen, eine tolle Sightseeingtour mit vielen Stopps und das Genießen der Landschaft einzuplanen. Die gerade genannten 400 km (Landstraße) sind je nach Witterung schon recht anstrengend. So richtig entspannt sind solche langen Strecken jenseits der Autobahn oder Fernstraße eher nicht. Ich jedenfalls brauche solche langen Tagestouren nicht mehr, nur um einfach Kilometer abzureißen.
Für weniger erfahrene Fahrer können 200 bis 250 Kilometer eine bessere Wahl sein. Dies reduziert die Ermüdung und erhöht die Sicherheit, da die Konzentration auf der Straße entscheidend ist. In unserer ehemaligen Motorradgruppe waren auch drei Wiedereinsteiger dabei, die nicht so viel Fahrerfahrung hatten. Da war die Erschöpfung schon merklich erkennbar.
Mit unserer Oldie-Motorradgruppe sind wir früher regelmäßig so in diesem Bereich gelandet; also 170 bis 250 km pro Tour. Dann hat es aber auch wirklich gereicht mit den Kilometern. Nicht zu vergessen sind ja noch die Kaffeepausen und Besichtigungen unterwegs. Da geht der Tag schnell vorbei. Manche Tagestouren haben wir auch noch abgekürzt, weil das Wetter einfach nicht so mitgespielt hat.

Auf der anderen Seite können erfahrene Fahrer mit genug Power im Motor auch längere Strecken von 400 bis 900 Kilometern bewältigen, insbesondere auf gut ausgebauten Autobahnen. Meine längste Strecke Autobahn am Stück waren über 1200 km, mit meiner Suzuki Volusia VL 800 Country Star quer durch Deutschland, Belgien und dann Richtung Südfrankreich. Muss ich als Biker mit über 60 Jahren heute nicht mehr haben.
Zusätzlich ist es wichtig, die Wetterbedingungen und die Beschaffenheit der Straßen zu berücksichtigen. Bergige oder kurvenreiche Strecken erfordern mehr Zeit und Konzentration, während gerade Landstraßen schneller befahren werden können. Dafür sind vor allem lange Landstraßen mit gleich hohem Baumbestand monoton und führen schnell zur Ermüdung.
Regelmäßige Pausen sind entscheidend, um die eigene Erschöpfung zu minimieren und die Fahrt angenehmer zu gestalten. Ich selbst habe es mir zur Gewohnheit gemacht, so nach spätestens 2 Stunden Fahrt eine 15-Minuten-Pause zu gönnen. Die Blase freut es natürlich auch und der Magen möchte gefüllt werden. Und ich bin schließlich nicht auf der Flucht.
Letztendlich sollte die Länge einer Motorradtour individuell angepasst werden, um ein sicheres und erfüllendes Fahrerlebnis zu gewährleisten. Allein ist das einfach; bei Gruppenfahrten braucht es etwas mehr „Fingerspitzengefühl“ und Erfahrung. Rücksichtnahme ist da angesagt.